Umzug mit Katze – so klappt der Neustart
Der Umzug in ein neues Zuhause ist immer aufregend und oft mit großer Vorfreude verbunden. Deine Katze kann sich im neuen Heim jedoch anfangs fremd und unsicher fühlen: Vertraute Gerüche fehlen und ihre Lieblingsplätze sind nicht mehr an der gewohnten Stelle. Mit Geduld und Fürsorge kannst du deiner Samtpfote den Wohnungswechsel jedoch möglichst stressfrei gestalten. Wir zeigen dir, wie du euren Umzug am besten vorbereitest und worauf es für einen entspannten Start ankommt.
Zusammenfassung
- Eine gute Vorbereitung und vertraute Routinen helfen deiner Katze, den Umzug möglichst entspannt zu erleben.
- Am Umzugstag sorgt ein ruhiger, geschützter Raum dafür, dass deine Samtpfote vor Lärm, offenen Türen und Trubel sicher ist.
- Im neuen Zuhause sollte deine Katze die Wohnung Schritt für Schritt und in ihrem eigenen Tempo kennenlernen dürfen.
Umzug mit Katze vorbereiten: Das solltest du beachten
Ein Umzug kann die Welt von deinem Stubentiger ganz schön auf den Kopf stellen: In seinem vertrauten Revier stehen plötzlich Kartons, Gegenstände und Möbel verschwinden nach und nach und es herrscht eine unruhige und chaotische Stimmung. Mit einer guten Vorbereitung kannst du deiner Katze dabei helfen, den Wohnungswechsel möglichst entspannt zu erleben:
1. Betreuung für den Umzugstag planen:
Um deinem Liebling möglichst wenig Umzugsstress zuzumuten, überlege im Voraus, wo du ihn am Umzugstag unterbringst.
- Deine Katze kann in einem geschützten Raum bei dir bleiben, in dem nicht viel Trubel ist, z. B. das Bad deiner alten Wohnung.
- Ist es für deine Katze nicht neu, kannst du sie von einer vertrauten Person betreuen lassen oder
- in einer Katzenpension unterbringen.
Welche Möglichkeit am besten passt, hängt vom Charakter deiner Samtpfote ab. Du kennst dein Haustier am besten und kannst einschätzen, womit es sich wohlfühlt. Für ängstliche Katzen kann ein zusätzlicher Ortswechsel besonders stressig sein.
2. Umzugskartons frühzeitig aufstellen:
Stelle einige leere Kartons bereits vor dem eigentlichen Packen in die Wohnung. So kann deine neugierige Katze die Kisten in Ruhe beschnuppern und sich allmählich an die Veränderungen gewöhnen. Viele Stubentiger mögen Kartons gerne zum Verstecken, Schlafen oder Spielen.
3. Gewohnte Abläufe beibehalten:
Füttere deine Katze möglichst zu den üblichen Zeiten und plane weiterhin kleine Spiel- und Ruhephasen ein. Vertraute Routinen geben ihr Sicherheit, auch wenn in der Wohnung langsam Unruhe entsteht. Vermeide es, gleichzeitig mit dem Umzug das Futter, die Katzenstreu oder andere gewohnte Dinge zu wechseln. Jede zusätzliche Veränderung kann die Situation für deine Katze noch unübersichtlicher machen.
4. Vertraute Gegenstände zuletzt einpacken:
Lieblingsdecke, Körbchen, Kratzbaum und Spielzeug tragen den vertrauten Geruch deiner Katze. Lass diese Dinge möglichst lange stehen und packe sie so ein, dass du sie im neuen Zuhause schnell wieder aufstellen kannst.
5. Zimmer für Zimmer packen:
Räume möglichst nicht die gesamte Wohnung auf einmal leer. Wenn du schrittweise vorgehst, bleibt deiner Katze länger ein vertrauter Bereich, der ihr als Rückzugsort dient und Ruhe bietet.
6. Katze an die Transportbox gewöhnen:
Ist die Transportbox für deine Katze neu, solltest du sie daran gewöhnen, damit sie am Umzugstag bereitwillig hineinschlüpft. So gehst du vor:
- Stelle die Box bereits einige Tage oder besser Wochen vor dem Umzug geöffnet in einem ruhigen Raum auf.
- Eine vertraute Decke, ein Spielzeug oder gelegentliche Leckerlis können dabei helfen, dass deine Katze die Transportbox mit etwas Positivem verbindet und von alleine erkundet.
- Traut sie sich wiederholt in die Box, kannst du die Tür vorsichtig für einen kurzen Moment schließen. Hat sie das gut akzeptiert, kannst du die Zeit bei jedem weiteren Mal etwas hinauszögern.
- Belohne deine Katze immer wieder mit Leckerlis oder Spiel- und Streicheleinheiten.
- Ist das Schließen der Tür kein Problem mehr für sie, kannst du das Tragen und kurze Autofahrten üben. Steigere auch hier die Dauer schrittweise.
Hast du deine Katze langsam an ihre Transportbox gewöhnt, kann der Tag des Umzugs kommen!
7. Kontaktdaten aktualisieren:
Wichtig ist auch, die beim Haustierregister und zum Mikrochip gespeicherte Adresse zu ändern. Auch wenn du sehr aufmerksam bist, kann es passieren, dass deine Samtpfote von lauten Geräuschen oder dem Trubel so erschrickt, dass sie entwischt. Stelle daher sicher, dass mögliche Finder deine Katze dir zuordnen und dich im Notfall kontaktieren können.
8. Mit Pheromonen unterstützen:
Pheromone können manchen Samtpfoten dabei helfen, sich in der aufregenden Umzugszeit etwas sicherer zu fühlen und sich in stressigen Situationen zu beruhigen. Ihre Wirkung ist allerdings nicht eindeutig belegt und fällt von Katze zu Katze unterschiedlich aus. Probiere das Produkt deshalb am besten einige Tage vor dem Umzug aus und beobachte aufmerksam, wie dein Liebling darauf reagiert. Sprühe Pheromone niemals direkt auf deine Katze, sondern lediglich in den Raum oder auf Gegenstände wie Decken. Ein Diffusor kann dabei helfen, Pheromone kontinuierlich im Raum abzugeben.
Tierärztin Dr. Julia Vietmeier:
„Ein Umzug bedeutet für viele Katzen Stress, denn plötzlich fehlen die vertrauten Gerüche und das gewohnte Revier. Synthetische Katzenpheromone können in dieser Situation eine sinnvolle Unterstützung sein. Studien zeigen Hinweise darauf, dass sie stressbedingtes Verhalten reduzieren und die Eingewöhnung in einer unbekannten Umgebung erleichtern können. Sie sind allerdings kein Wundermittel. Mindestens genauso wichtig sind vertraute Gegenstände und Gerüche, sichere Rückzugsorte und ausreichend Zeit, um die neue Umgebung im eigenen Tempo zu erkunden.“
Umzugstag mit Katze: Sicher durch den Trubel
Am Umzugstag können offene Türen, fremde Menschen und laute Geräusche sogar bei selbstsicheren Vierbeinern für Stress sorgen. Am sichersten ist deine Katze deshalb in einem abgeschlossenen Zimmer deiner alten Wohnung, das möglichst spät geräumt wird. Bitte alle Umzugshelfer, das Zimmer nicht zu betreten. Du kannst einen Hinweis an die Tür kleben, damit niemand versehentlich hineingeht. Mach es deiner Samtpfote dort so bequem wie möglich und stelle ihr alles Nötige bereit:
- Katzenklo
- Futter und Wasser
- vertraute Decke oder Körbchen
- Versteckmöglichkeit
- Katzenspielzeug
- Transportbox
Deinem Stubentiger könnte es helfen, wenn du ihn gelegentlich besuchst. Bleibt er in seinem Versteck, solltest du ihn jedoch nicht hervorholen. Setze ihn erst kurz vor der Abfahrt in die Transportbox, damit er dort nicht länger als nötig warten muss.
Unser Tipp: Trage die Transportbox möglichst mit beiden Händen und stütze sie von unten, damit sie nicht stark schwankt. Während der Fahrt kannst du einen Teil der Box mit einer leichten, vertraut riechenden Decke abdecken. Das schirmt deine Katze gut ab. Achte jedoch darauf, dass dein Liebling noch genug Luftzufuhr hat.
Katze nach dem Umzug an die neue Wohnung gewöhnen
Jetzt heißt es, erst einmal durchatmen! Der erste Schritt ist getan und ihr seid in eurem neuen Zuhause angekommen. Damit sich deine Katze mit dem Wohnungswechsel wohlfühlt, gehst du ähnlich vor, wie bei der Eingewöhnung der Katze bei dir:
- Im neuen Zuhause bringst du die Transportbox direkt in ein vorbereitetes und geschlossenes Zimmer, in dem vertraute Gegenstände wie ihr Kratzbaum oder ihr Schlafplatz auf deine Katze warten. Bekannte Gerüche helfen deiner Samtpfote dabei, sich schneller zu orientieren. Verzichte also möglichst darauf, Dinge wie alte Kuscheldecken von deinem Liebling direkt in die Waschmaschine zu stecken.
- Öffne die Box erst, wenn alle Fenster und Türen verschlossen sind und niemand mehr durch den Raum läuft. Deine Katze kann nun selbst entscheiden, wann sie die Box verlässt.
- Du kennst deine Fellnase am besten: Wirkt sie entspannt auf dich, kann sie schrittweise die restliche Wohnung erkunden.
- Stelle ihr in den Zimmern Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten bereit. Versteckt sich deine Katze, hole sie nicht heraus. Bedränge sie nicht und lasse sie in ihrem eigenen Tempo ankommen. Manche Vierbeiner wollen eine Zeitlang erstmal nur alles beobachten.
- Wie in der Umzugsphase gilt auch für den Start im neuen Zuhause: Behalte möglichst gewohnte Futter-, Spiel- und Ruhezeiten ein. So wird das Leben deiner Samtpfote nicht vollkommen auf den Kopf gestellt und sie kann sich schneller eingewöhnen.
Wann die Eingewöhnung abgeschlossen ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Du kannst jedoch davon ausgehen, dass deine Katze langsam angekommen ist, wenn sie sich selbstverständlich durch die Wohnung bewegt, entspannt frisst und schläft, ihr Katzenklo wie gewohnt nutzt und wieder Interesse am Spielen, Kuscheln oder ihrer Umgebung zeigt. Auch ihre gewohnten Lieblingsplätze wird sie sich nach und nach suchen. Manche Samtpfoten fühlen sich schon nach wenigen Tagen zu Hause, andere brauchen mehrere Wochen – gib deinem Liebling deshalb so viel Zeit, wie er benötigt.
Umzug mit einer Freigängerkatze
Der Umzug mit einer Freigängerkatze stellt eine besondere Herausforderung dar. Denn nach dem Einzug ins neue Heim solltest du deinem Freigänger erst einmal keine Streifzüge erlauben. Die fremden Gerüche, andere Katzen und Hunde und unbekannte Straßen können deine Katze stark verunsichern. Ist euer neues Zuhause für sie noch kein sicherer Rückzugsort geworden, kann es passieren, dass sie nicht zurückfindet. Lasse deinen Vierbeiner erst wieder ins Grün, wenn er sich vollends eingewöhnt hat. So gehst du bei seiner ersten Tour vor:
- Türen öffnen: Ist deine Katze so weit, öffne einfach die Tür nach draußen und lasse sie selbst entscheiden, wann sie mit ihrem ersten Ausflug startet.
- kurzer Freigang: Lasse sie beim ersten Mal nur kurz raus. Am besten suchst du dafür einen Zeitpunkt kurz vor der gewohnten Fütterung aus. Das kann hilfreich sein, um sie wieder nach Hause zu locken.
- gemeinsamer Spaziergang: Ist es dir möglich, kannst du deine Fellnase bei ihrem ersten Streifzug begleiten. Bleib einfach ruhig in ihrer Nähe, ohne ihr vorzugeben, wo sie langgehen soll. So kannst du ihr zusätzliche Sicherheit geben und ihr helfen, selbstbewusster ihr Revier zu erkunden.
- Zeiträume schrittweise steigern: Du kannst deiner Katze nun nach jedem Gang nach draußen schrittweise mehr Zeit geben. Kehrt sie sicher zurück und bewegt sich zunehmend entspannt in ihrem neuen Revier, kannst du ihr wieder mehr Freiheit lassen.
Wie lange sollte eine Katze nach dem Umzug drinnen bleiben?
Nach dem Umzug sollte dein Freigänger etwa vier bis sechs Wochen in eurem neuen Zuhause bleiben, bevor er wieder nach draußen darf. In der ersten Zeit sollte deine Katze zunächst die neue Wohnung kennenlernen und als sicheren Ort abspeichern. Wie lange genau dein freiheitsliebender Mitbewohner drinnen bleiben sollte, ist von Katze zu Katze unterschiedlich. Ist er sehr schreckhaft und versteckt sich häufig, braucht er noch etwas Zeit, bevor es nach draußen geht. Bewegt sich deine Samtpfote im neuen Zuhause bereits sicher und entspannt, frisst normal und hat ihre gewohnten Abläufe wieder aufgenommen, sollte dem ersten Gang ins Freie nichts im Weg stehen.
Wichtig ist: Liegt der neue Wohnort in der Nähe des alten Reviers, solltest du besonders vorsichtig sein. Manche Katzen versuchen nach einem Umzug, zu ihrem früheren Zuhause zurückzukehren. Warte daher lieber etwas länger, bevor du deinen Vierbeiner zum ersten Mal wieder rauslässt.
Katze ist nach dem Umzug gestresst – Anzeichen und Hilfe
Ein Umzug kann selbst eine sonst entspannte Samtpfote aus dem Gleichgewicht bringen. Neue Gerüche, Geräusche und das fremde Revier müssen erst verarbeitet werden. Stress kann sich ganz unterschiedlich bei deiner Katze zeigen:
- Fressen und Trinken: Dein Vierbeiner frisst nicht oder trinkt weniger als gewohnt? Biete ihm vertrautes Futter und Wasser an ruhigen Plätzen an und verzichte zunächst auf einen Futterwechsel. Sollte sich der Zustand deiner Katze verschlechtern oder das schlechte Fress- und Trinkverhalten anhalten, suche unbedingt einen Tierarzt auf.
- Rückzug und Unsicherheit: Versteckt sich deine Katze häufiger, ist schreckhaft oder meidet deine Nähe, braucht sie meist vor allem Ruhe. Lass sie selbst entscheiden, wann sie ihr Versteck verlässt und die neue Wohnung erkundet.
- Unruhe und Miauen: Manche Katzen laufen rastlos umher oder miauen nachts. Halte durch und setze weiter auf Routinen. Sei für sie da, aber erzwinge nichts. Wichtig ist, dass sie sich wohlfühlt. Deine Fellnase braucht einfach noch mehr Zeit, mit Ruhe und Geduld kannst du ihr helfen, wieder Sicherheit zu finden.
- Verändertes Verhalten: Weniger Spielfreude, Reizbarkeit, Markieren oder nachlassende Fellpflege können ebenfalls auf Stress hindeuten. Bleibe auch hier geduldig und versuche, möglichst viel Vertrautes beizubehalten.
Viele Samtpfoten finden von selbst in ihren gewohnten Alltag zurück. Halten die Veränderungen jedoch an, sind stark ausgeprägt oder verschlechtert sich der Gesundheitszustand deiner Katze, solltest du deinen Tierarzt um Rat fragen.
Fazit: Ein Umzug ist für deine Katze eine große Veränderung. Mit guter Vorbereitung, vertrauten Routinen und viel Geduld kannst du ihr jedoch helfen, sich auch im neuen Zuhause schnell wieder sicher zu fühlen. Gib deiner Samtpfote die Zeit, die sie braucht, so können bald neue Lieblingsplätze entstehen und die fremde Wohnung kann zum gemeinsamen Zuhause werden. Wie hat deine Katze euren Umzug erlebt? Erzähl uns gerne davon in den Kommentaren!