Trächtige Katze: Erste Anzeichen und wichtige Infos

Fühlt sich deine Samtpfote plötzlich runder an als sonst, obwohl du am Futter nichts verändert hast? Vielleicht sucht sie häufiger deine Nähe, schläft mehr oder wirkt ungewohnt ausgeglichen? Das könnten Anzeichen dafür sein, dass sie trächtig ist und du mit Nachwuchs rechnen kannst. Eine mögliche Trächtigkeit löst bei vielen Haltern viele Gefühle aus: Vorfreude, Neugier, aber auch Unsicherheit. Wir erklären dir in diesem Beitrag, zusammen mit Dr. med. vet. Julia Vietmeier, woran du erkennst, dass deine Katze trächtig ist und welche Vorkehrungen eventuell nötig sind.
Zusammenfassung
- Die Trächtigkeit kann nur der Tierarzt bestätigen, z. B. per Ultraschall ab der 3. Woche oder über Blut-/Urinproben.
- Trächtige Katzen benötigen mehr Energie und mehrere kleine Mahlzeiten, zum Ende der Trächtigkeit wird energiereiches Futter wichtig.
- Sobald der Geburtstermin näher rückt, solltest du eine Wurfkiste bereitstellen und Geburtsanzeichen aufmerksam beobachten.
Erste Anzeichen einer Rolligkeit bei Katzen
Wenn eine Katze in einer sexuell aktiven Phase ist, spricht man von Rolligkeit oder Raunze. In dieser Zeit zeigt sie häufig typische Verhaltensmuster, die dir vielleicht zunächst ungewöhnlich erscheinen. Dazu gehören zum Beispiel:
- den Kopf am Boden reiben
- sich auf dem Rücken wälzen
- ein schlangenförmiges Hin- und Herbewegen
- raunzende Lautäußerungen
Zusätzlich geben rollige Katzen über den Harn besondere Duftstoffe ab, die den Katern signalisieren, dass sie paarungsbereit sind. Auch die Körperhaltung verändert sich: Viele Katzen nehmen eine flache Bauchlage ein, strecken die Wirbelsäule leicht nach unten, heben das Hinterteil an und legen den Schwanz zur Seite. So kann der Kater gut erkennen, dass die Zeit der Paarung gekommen ist. Allerdings gibt es auch Rolligkeiten, die still verlaufen. Hier zeigt die Katze kein „typisches“ Verhalten.
Wenn du solche Anzeichen bei deiner Katze entdeckst, solltest du – besonders bei Freigängerkatzen – vorsichtig sein. Hier kann es schnell zu einer Trächtigkeit kommen, sollte ein paarungswilliger Kater in der Nähe sein.
Trächtigkeit der Katze mit Tests bestätigen
Einen Schwangerschaftstest für zuhause gibt es für Katzen nicht. Ob deine Katze wirklich trächtig ist, lässt sich nur tierärztlich abklären. Je nach Zeitpunkt der möglichen Trächtigkeit stehen dafür unterschiedliche Untersuchungsmethoden zur Verfügung:
- Ab der 3. Woche: Ultraschalluntersuchung – meist die bevorzugte Methode
- 3.–5. Woche: Abtasten des Bauchraumes
- 4. Woche: Blutprobe oder Urinprobe
- Ab der 6.–7. Woche: Röntgenuntersuchung – wird aufgrund der Strahlenbelastung erst ab etwa dem 50. Tag empfohlen
Tierärztin Dr. Julia Vietmeier:
„Es gibt unterschiedliche Methoden, um eine Trächtigkeit bei der Katze festzustellen. Alle haben Vor- und Nachteile. Dein Tierarzt kann individuell entscheiden, welche Nachweismethode die Richtige ist.“
Katze ist trächtig: Das ist zu tun
Bereits in der frühen Phase der Trächtigkeit hat deine Katze einen deutlich erhöhten Bedarf an Energie und Nährstoffen. Die passende Fütterung spielt also eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Trächtigkeit:
- In der frühen Phase nimmt eine trächtige Katze erhöhte Mengen an Futter zu sich, daher muss der Gehalt an Nährstoffen zunächst kaum angepasst werden.
- Zum Ende der Trächtigkeit hat die Mutterkatze meistens weniger Appetit, hier musst du das Futter dann entsprechend anpassen.
Unser Tipp: Du kannst ab der Hälfte der Trächtigkeit langsam auf ein Futter umstellen, das auch für säugende Mutterkatzen konzipiert ist. Das hat den Vorteil, dass hier die Energiedichte schon angepasst ist und man das Futter in der stressigen Phase der Geburt nicht noch einmal umstellen muss.
Optimale Fütterung einer trächtigen Katze
Damit deine Kätzin gut versorgt ist, kommt es auf eine ausgewogene Ernährung und die richtige Futtermenge an. Diese Punkte sind besonders wichtig:
- Normales Körpergewicht halten: Sowohl Über- als auch Untergewicht können die Geburt erschweren und das Säugen beeinträchtigen.
- Ausgewogene Rationsgestaltung: Eine einseitige Fütterung kann zu Mangelerscheinungen führen. Kommerzielle Alleinfuttermittel eignen sich gut, weil sie alle wichtigen Nährstoffe abdecken. Bei selbst zubereiteten Rationen sollte eine fachkundige Rationsberechnung erfolgen, um Fehler zu vermeiden.
- Vitamine und Mineralstoffe: Es gibt Richtwerte für die Versorgung mit Vitaminen, Energie und Mineralstoffen für trächtige Katzen. Hier solltest du dich erkundigen und die Fütterung entsprechend anpassen.
Fütterungsrhythmus einer Katze während der Trächtigkeit
Trächtige Katzen profitieren von mehreren kleineren Mahlzeiten am Tag. So sieht eine optimale Fütterung aus:
- Trächtige Samtpfoten sollten 2–3 mal am Tag gefüttert werden.
- Frisches Wasser muss immer bereitstehen.
- Die Futtermenge solltest du anfangs um ungefähr 20% anheben und bis zum Geburtstermin um ca. 70% erhöhen.
- Etwa 3 Wochen vor der Geburt sollte Futter jederzeit verfügbar sein, da größere Portionen dann oft nicht mehr gut aufgenommen werden.
Trächtige Katze: Erste Geburtsanzeichen
Die Tragezeit dauert bei Katzen in der Regel 63–66 Tage. Wenn die Katzengeburt näher rückt, verändern sich Körper und Verhalten deiner Katze. Einige Hinweise lassen sich bereits etwa eine Woche vorher beobachten:
- Eine Woche vor der Geburt kannst du eine Vergrößerung des Gesäugeskomplexes erkennen. Auch die Vulva kann leicht geschwollen aussehen.
- 24–48 Stunden vor der Geburt kommt es zum Milcheinschuss. Man darf auf keinen Fall Sekret aus dem Gesäuge drücken, da hier eine Infektionsgefahr besteht und auch wertvolles Kolostrum – die erste, für die Kitten sehr wichtige Milch – kann verloren gehen.
- Ab dem 60. Tag beginnt die Kätzin mit der Suche nach einem geeigneten Geburtsort. Ist dieser gefunden, wird ein Nest für ihre Katzenbabys gestaltet. Während der Geburt ist ein ruhiges, dunkles Wurflager wichtig, in dem sich deine Katze sicher fühlt. Stört man die Katze oder hat sie Stress, kann sie den Geburtsvorgang unterbrechen und die Wehen lassen nach. Ist die Situation wieder sicher, werden die Wehen wieder einsetzen.
Unser Tipp: Stelle deiner Katze bereits einige Tage zuvor eine gemütliche, leicht zugängliche Wurfkiste bereit. Wenn sie sich früh daran gewöhnen kann, steigt die Chance, dass sie diesen Ort später auch für die Geburt ihrer Kätzchen nutzt.
Trächtige Katze: Warnzeichen für Komplikationen
Auch wenn die meisten Katzen ihre Schwangerschaft und die Geburt ohne Probleme bewältigen, gibt es einige Anzeichen, bei denen du aufmerksam werden solltest. Sie können darauf hinweisen, dass etwas nicht wie gewohnt verläuft und Unterstützung vom Tierarzt nötig ist.
Typische Warnsignale von Komplikationen sind:
- starker, ungewöhnlicher Ausfluss aus der Vulva (grünlich, blutig oder übel riechend)
- schmerzhafter, harter oder gespannter Bauch
- Apathie, Schwäche oder Fieber
- anhaltende Unruhe, starkes Hecheln oder offensichtliche Schmerzen
- Wehen ohne Fortschritt: Wenn über zwei Stunden starke Presswehen auftreten, aber kein Kitten geboren wird
- länger als 24 Stunden anhaltender Milcheinschuss, ohne dass die Geburt beginnt
Wenn eines dieser Symptome auftritt, solltest du deine Tierärztin oder deinen Tierarzt möglichst schnell kontaktieren. Eine rasche Untersuchung kann entscheidend sein, um Muttertier und Katzenbabys zu schützen.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Trächtigkeit von Katzen
Katzenhalter stellen sich häufig diese Fragen:
Ab wann sieht man, ob eine Katze schwanger ist?
Eine trächtige Katze nimmt relativ schnell an Körpergewicht zu. Die Form und Größe des Bauches verändert sich entsprechend und ist abhängig von der Anzahl der Embryos.
Ab der 4. Woche der Trächtigkeit fängt das Gesäuge der Katze an, größer zu werden und die Zitzen röten sich. Ein richtiges Anschwellen beobachtet man allerdings erst wenige Tage vor der Geburt.
Wie lange ist eine Katze schwanger?
Eine Trächtigkeit bei der Katze dauert 63–66 Tage und endet mit der Geburt der Kitten. Die anschließende Säugephase ist etwa 6–8 Wochen lang. Die Wurfgröße hat wahrscheinlich einen Einfluss auf die Dauer der Schwangerschaft. Je größer der Wurf ist, desto kürzer ist die Schwangerschaft.
Ab wann kann eine Katze schwanger werden?
Eine Katze wird ab einem Alter von 7–9 Monaten geschlechtsreif. Abweichungen nach oben oder unten sind allerdings möglich. Der Zeitpunkt der Geschlechtsreife beginnt mit der ersten Rolligkeit.
Wie oft kann eine Katze schwanger werden?
Eine Katze ist saisonal polyöstrisch: Das bedeutet, dass sie mehrfach im Jahr trächtig werden kann. Die Zeitspanne, in der das passiert, ist abhängig von der geografischen Region. In unserer Region ist es ungefähr Januar bis Juli.
Unsere heimischen Wildkatzen werden in der Regel im Februar/März trächtig, sodass die Aufzucht der Kätzchen im Frühsommer erfolgt. Dies ist die beste Zeit im Jahr, da hier das Nahrungsangebot am größten ist.
Bei unseren Hauskatzen ist das nicht mehr so strikt, allerdings liegt die Hauptpaarungszeit ebenfalls in den ersten Monaten im Jahr. Eine Katze wird in der Regel 1–3 mal rollig im Jahr. Den Rest des Jahres ist sie meist nicht sexuell aktiv.
Kann man eine trächtige Katze entwurmen?
Ja, eine Entwurmung ist auch während der Trächtigkeit möglich und in vielen Fällen sogar sinnvoll. Bestimmte Wurmarten können bereits im Mutterleib oder später über die Milch auf die Kitten übertragen werden. Eine kontrollierte Entwurmung senkt dieses Risiko.
Allerdings dürfen trächtige Katzen nur mit speziell dafür zugelassenen Präparaten behandelt werden. Einige gängige Wurmmittel sind für ungeborene Kätzchen nicht unbedenklich.
Fazit: Wenn sich deine Katze plötzlich körperlich verändert oder ihr Verhalten ungewohnt wirkt, kann das ein Hinweis auf eine beginnende Trächtigkeit sein. Gewissheit bekommst du nur durch eine Untersuchung beim Tierarzt – diese zeigt dir zuverlässig, was hinter den Veränderungen steckt. Eine mögliche Trächtigkeit ist eine besondere Phase, in der du deine Katze gut durch eine passende Vorbereitung, eine sichere Umgebung und eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Versorgung unterstützen kannst. War deine Katze schon einmal trächtig? Wie hast du die ersten Anzeichen bemerkt? Erzähle uns gern von deinen Erfahrungen!

Tierärztin Dr. Julia Vietmeier
ist promovierte Fachtierärztin und setzt in ihrer Praxis auf Chiropraktik und Akupunktur.
Sie legt großen Wert auf die ganzheitliche Behandlung ihrer vierbeinigen Patienten.